Christian Meyn und Prof. Marc Gottschald über die Verantwortung des Erfolges
Shownotes
Wie hängen finanzieller Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung zusammen? Christian Meyn und Prof. Marc Gottschald liefern darauf eine unbequeme Antwort. Gemeinsam haben sie „Sinnstiftend. Ganzheitlich. Wirken." veröffentlicht, erschienen bei Springer Gabler – ein Buch, das weniger Ratgeber ist als Denkanstoß. Im Podcast sprechen die beiden über eine Perspektive, die viele wirtschaftlich erfolgreiche Menschen lieber meiden.
Christian Meyn ist Vorstand der Crespo Foundation in Berlin und ausgewiesener Kenner des Stiftungssektors. Zuvor war er stellvertretender Direktor des Centers für Philanthropie an der Universität Liechtenstein – genau dort, wo Marc Gottschald heute forscht: Er leitet das Center für Philanthropie und ist stellvertretender Dekan der Liechtenstein Business Law School. Zwei Perspektiven, ein gemeinsamer Ausgangspunkt.
„Wir wollten keinen x-beliebigen Ratgeber schreiben!“
Ihr Buch geht über klassische Stiftungsratgeber hinaus. Wirken endet für Meyn und Gottschald nicht beim Kapitalgewinn – es beginnt dort, wo wirtschaftlich erfolgreiche Menschen ihre gesellschaftliche Verpflichtung erkennen und annehmen. Eine Perspektive, die unbequem ist – und genau deshalb notwendig, wie die beiden im Gespräch deutlich machen. Anhand ihrer Arbeit mit Stiftungen und philanthropischen Akteuren zeigen sie, was das konkret bedeutet: nicht Wohltätigkeit als Beiwerk, sondern als integraler Teil unternehmerischen und persönlichen Erfolgs.
Am Ende des Gesprächs wird es persönlich. Was treibt die beiden eigentlich an, ein Buch zu schreiben, das zum Handeln herausfordert, statt bloß zu informieren? Meyn und Gottschald sprechen über die Philosophie hinter „Sinnstiftend. Ganzheitlich. Wirken." – und darüber, warum Philanthropie für sie kein Zusatz zum Erfolg, sondern dessen Konsequenz ist. Wer wissen will, wie sich finanzieller Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung wirklich zusammendenken lassen, sollte selbst reinhören.
„Wirtschaftlich erfolgreiche Menschen haben eine gesellschaftliche Verpflichtung!“
Link zum Buch](https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-51120-3)) Neues Stiften
Transkript anzeigen
00:00:11: Herzlich willkommen zu unserem Podcast, mit dabei auch heute Andreas Schiemens.
00:00:15: Hallo Andreas!
00:00:16: Hallo und heute Jörg haben wir wieder Unterstützung.
00:00:19: Ja und zwar von ANT Informatik, unserem Partner aus der Schweiz.
00:00:24: Aber
00:00:24: was ist eigentlich die ANT?
00:00:27: ANT berät seit dreißig Jahren Non-profits und Stiftungen mit technologischen Lösungen unter anderem im Fundraising der Mitgliederverwaltung und dem Fördermittelmanagement Und es ist der CRM Spezialist im Dachraum.
00:00:39: Genau das, was viele Organisationen brauchen.
00:00:42: Aber nun zu unserem Gast!
00:00:43: Ja hier sind wir wieder in Trauter Runde diesmal in etwas größerer Runde.
00:00:48: Andreas ist dabei.
00:00:49: Hallo Andreas schön dass du dabei bist und wir haben uns zwei leibhaftige Buchautoren eingeladen und zwar Christian Main Herzlich Willkommen und Professor Marc Gottschalt.
00:01:04: Vielen Dank für die Anlader, dass wir hier sind.
00:01:05: Ja
00:01:05: schön, dass Sie bei uns sind!
00:01:06: Sie haben das Buch geschrieben.
00:01:07: Sind Stiften ganzheitlich Wirken?
00:01:09: Es geht um das Thema Philanthropie.
00:01:11: Das ist auch heute ehrlich gesagt unser Oberthema.
00:01:13: Und Herr Mein vielleicht stellen sie sich mal ganz kurz vor Weil Sie schreiben ja nicht nur Bücher Sie machen auch ja noch andere Dinge.
00:01:21: Genau, Christian Mein Ich bin Mitglied des Vorstandes der Crespo Foundation in Frankfurt am Main.
00:01:26: Ich bin jetzt seit etwa über zwanzig Jahren in Stiftungen unterwegs, auch an anderen Funktionen.
00:01:32: Und das Buch ist entstanden und zwar gemeinsam im Arbeit der Uni Liechtenstein.
00:01:37: Und Herr Professor Sie sind offensichtlich von der Uni Lichtenstein?
00:01:39: Richtig
00:01:40: genau da aber die seit acht Jahren am Center für Philanthropie an den Uni Lieichtenstein.
00:01:45: Das ist geschaffen worden dort und zuvor habe ich die Kühnestiftung in der Schweiz geleitet und ganz so vor weil wir in Hamburg sind die Nordmetallstiftung wo ich die erste Geschäftsführer war.
00:01:55: Nun, ist der Untertitel dieses Buches Impulse für eine persönliche Philanthropie?
00:02:00: Deswegen darf ich Sie vielleicht einfach mal ganz profan fragen.
00:02:04: Herr Professor wie viel Spenden Sie privat?
00:02:08: Privat spende ich nichts in diesem Fall sondern möchte einfach das Wissen weitergeben und glaube, dass ich damit einen deutlich höheren Beitrag leisten kann als wenn ich jetzt Unterschiede hier privates Spenden im kleinen Rahmen gebe.
00:02:21: Ich habe Familie, ich hab Kinder – das kommt noch!
00:02:25: Herr Mein spricht so jemand mit einer persönlichen Philanthropie?
00:02:29: Die Frage ist ja was man geben kann.
00:02:32: Bei mir ist es ähnlich überwagt eher das ehrenamtliche Engagement an vielen Stellen in Vereinen den Vorständen von Organisationen.
00:02:42: Und was bisschen Geld?
00:02:46: Nun haben sie beide sich ja wahrscheinlich nicht nur in der Hochschule ausgetauscht, sondern insgesamt hier auch das Thema in den gemeinsamen Jahren bewegt.
00:02:57: Aber das führt ja nicht automatisch zu einem Buch.
00:03:00: Was war da so ihrer beiden Motivationen, sich auch noch so fest zusammenzutun dass sie gemeinsam dieses wunderbare Exemplar herausgebracht haben.
00:03:10: Der Ursprung war eigentlich am Projekt an der Uni Liechtenstein, wo wir überlegt haben was können wir denn Menschen die daran interessiert sind sich philanthropisch zu engagieren mit auf den Weg geben so aus der Erfahrung dass wir beide in Stiftungen in philandropischen Organisationen sehr lange unterwegs waren und das haben wir zunächst in Form einer Webseite gemacht.
00:03:31: Und dann überlegt es die Zielgruppe die wir uns vorgestellt haben zum Menschen Eine Tresse.
00:03:39: daran haben sich vielleicht doch einen größeren Umfang philandropisch zu engagieren, dass sie auch eigentlich immer noch ganz gerne ein gedrucktes Buch in der Hand haben.
00:03:48: Und dann haben wir ausgehend von diesen Arbeiten das zusammengeführt hier im Buch, das ist noch bisschen ergänzt weitere Themen dazu geschrieben und haben uns die ganze Zeit vor allem eine Einüberlegung leiten lassen.
00:04:00: Wir schreiben keinen Ratgeber.
00:04:02: Also Ratgebern gibt es wie Sandalmwehr viele von denen sind auf Furchtbar juristisch und steuerlich und so.
00:04:08: Und all diese Fragen haben wir im Wesentlichen ausgeklammert, sondern uns mit inhaltlichen Fragen beschäftigt.
00:04:14: Zum einen ist die Literatur im Stiftungsbereich immer noch sehr von Juristen geprägt.
00:04:18: Es gibt gar nicht so viele Handbücher, die in letzter Zeit zunehmen aber sehr seriös geschrieben sind und fast Lehrbüchern sind.
00:04:27: Wir glauben dass das nicht unbedingt den Philanthropen als solchen trifft.
00:04:30: Deswegen war es uns wichtig ein Buch zu schreiben wo man in der Mitte anfangen kann wo man Bilder hat, das ist ja so aufgebaut.
00:04:36: Dass man verschiedene Fragen gestellt bekommt, dass wir Prototypen von Philanthropen entwickelt haben mit Zitaten die uns in unserer Beratungspraxis auch oft begegnet sind und dann haben wir Bilder genommen, die anregen sollen darüber nachzudenken in wie weit ich eben spenden möchte oder mit einer Organisation zusammenarbeiten möchte alleine arbeiten will.
00:04:57: Und durch diese verschiedenen Elemente, also Bild-, Fragestellungen und Zusammenfassungen glauben wir, dass es eher gelesen wird von Philanthropen als ein klassisches Lehrbuch.
00:05:10: Sie haben gesagt ja verschiedene Typen von Philantropen identifiziert.
00:05:13: Welche haben sie identifiziert?
00:05:15: Es gibt da Philanropen die sehr stark mit Herz fördern, die eine Begegnung hatten wo sie gerne helfen möchten.
00:05:21: Es gibt welche, die sehr technisch herangehen so wie sie auch meistens zum Vermögen gekommen sind in dem sie eben Exeterbellen ausgequetscht haben, geguckt habe wo kann ich da noch sparen?
00:05:32: Wo kann ich etwas tun und auch so ihr Engagement versuchen aufzustellen.
00:05:36: Und da zeigen wir eben dass das Philanthropie nicht eine Management Aufgabe ist sondern eben beides braucht einerseits ein Herz dann die Impulse und auf der anderen Seite aber auch dass man sich die Frage stellen muss wo brennt denn wirklich der Schuh?
00:05:49: und ich dann technisch herangehe und dort eine Analyse mache.
00:05:52: Da gibt es Philanthropen die wollen sich beraten lassen.
00:05:55: Es gibt welche die wollen alles selber machen Und wir versuchen eben diese unterschiedlichen Typen, die wir dann in dem Buch auch darstellen zu erreichen.
00:06:04: Wenn Sie sagen unterschiedliche Typen?
00:06:05: Das klingt jetzt so ein bisschen wie Personas.
00:06:08: So ein bisschen theoretisch.
00:06:09: Herr Mein mit Wieviel Philanthropen haben sie denn gesprochen im Zuge des Buches?
00:06:16: Es geht eigentlich zurück vor allem auf die Erfahrungen in den zwanzig Jahren, indem wir jetzt beide Stiftungswesen unterwegs sind.
00:06:23: Wir haben in den Family-Offices gearbeitet, wir haben für Familie Stifter gearbeitet.
00:06:28: Ich habe eine Zeit lang als Anwalt gearbeitet und natürlich dann auch Beratungserfahrung mit ganz unterschiedlichen Leuten.
00:06:36: Leute, die jetzt ganz weit weg ist das Thema oder die davon mal gehört haben wie interessant finden andere, die schon ganz klare Vorstellungen haben andere sich ein bisschen darüber wundern dass ihre tolle Idee diese haben und für diese eine Stiftung gegründet haben wo sie darauf gesetzt haben, dass ganz viele andere ihnen ganz viele Zustiftungen geben die davon dann ganz toll überrascht sind.
00:06:58: das andere die gar nicht so originell finden oder aber gar nicht bereit sind sich an was anderem zu beteiligen und da gibt es auch wieder die sagen ich möchte eigentlich möglichst wenig Aufwand haben.
00:07:08: Ich habe eine gute Idee und ich hab hier etwas was ich geben kann Aber ich möchte lieber irgendwo mitmachen.
00:07:15: aber wem kann ich denn da vertrauen?
00:07:16: Und wie kann ich das aufsetzen?
00:07:19: Nun ist Andreas ja jemand der vermögende, hochvermögende Berät.
00:07:24: Stichwort Family Office, aber auch wie kann ich ein Impact schaffen?
00:07:28: Ist das auch ein Thema gewesen bei Ihnen also dass es natürlich am Ende darum geht... Also das eine ist selber ne Stiftung zu gründen um was so bewirken vielleicht auch um den Nachwelt etwas zu hinterlassen.
00:07:38: Aber das andere ist ja glaube ich ist ein ganz bestimmtes Schema von Philanthropen und Philanthropin zu sagen Ich möchte was in einem bestimmten Bereich bewirkt Wie kann ich das tun hinterlassen?
00:07:50: Ich glaube, es geht tatsächlich gar nicht immer in erster Linie darum und nicht immer darum eine Stiftung zu gründen.
00:07:55: Also das ist sich bei einer sinnvolle Form für eine bestimmte Form des langfristigen Engagements.
00:08:01: Andere brauchen irgendwie eine Form von Vehikel um ihre philandropischen Engagement irgendwie zu bündeln, zu organisieren und wir sehen eigentlich in der letzten Zeit auch dass dort eher weniger tatsächlich zur Stiftungen eignen sondern eher sagen Das muss auch irgendwie anders gehen und einfacher gehen.
00:08:19: Ich habe ein bestimmtes Ziel, ich will was erreichen wie wir das bewegen.
00:08:22: Manche sind sehr wirkungsgetrieben.
00:08:24: Die sagen, wo kann ich denn jetzt ganz viel tatsächlich erreichen?
00:08:29: Und dass ja auch Gott sei Dank eine Debatte die wir in den letzten vielleicht zehn, fünfzehn Jahren sehr viel intensiver führen, dass es nicht einfach nur ein Hobby ist sich gesellschaftlich zu engagieren.
00:08:41: Das gibt's auch.
00:08:43: Das ist auch völlig legitim.
00:08:44: Es ist total in Ordnung.
00:08:46: Die Instrumentensammlung Das Museum, das ich mir leiste was auch immer.
00:08:51: Aber es gibt ihm auch andere die sagen da gibt's drängende Probleme und ich möchte wirklich etwas machen.
00:08:55: Und ich brauche einen Rat wie ich da ein Weg finde ja auch im Nachhaltig Veränderung hinzubekommen.
00:09:06: Und dieses Thema Verantwortung zu übernehmen.
00:09:08: Professor Gottschalt ist das ein Bereich den Sie nicht nur in der Beratung sondern auch gerade am Lehrstuhl besonders in den Mittelpunkt stellen?
00:09:17: Also ich möchte nicht die Deutung zu weit haben und Menschen sagen ihr müsst Verantwortung übernehmen, sondern ich möchte Angebote schaffen.
00:09:24: Und wir unterrichten an der Uni AMM Jahr eine Philanthropie Woche, die auch mit Christian Mein zusammen gestaltet habe mal wo wir einen einem Tag auch ein Planspiel haben, wo man in diese Rolle eines Philantropen und einer Familie hineinwachsen kann.
00:09:38: Wir geben Impulse, wie man Verantwortung wahrnehmen kann.
00:09:41: Aber es ist nicht unsere Aufgabe den Menschen zu sagen, trag bitte Verantwortung.
00:09:45: und das ist ja genau das warum wir das Buch im Untertitel eben Impulse genannt haben.
00:09:49: Impulse für eine persönliche Philanthropie wo wir eben Angebote schaffen zwischen einer inneren Einkehr.
00:09:56: was will ich erreichen in dem Leben?
00:09:58: Was macht mir Sinn?
00:09:59: Und dann eben auch Themenfelder wie Wirkungsorientierung, Wirkungsmessungen und partnerschaftliche Zusammenarbeit.
00:10:05: Wir haben aber auch kritische Reflektionen in dem Buch ganz zum Schluss dargestellt und versuchen dort die ganze Beinbreite abzubilden, sodass jeder einzelne für sich überlegen kann wie er Verantwortung gerecht werden möchte oder nicht.
00:10:19: Aber wie definieren Sie den Begriff Philanthropie?
00:10:22: Philanropie ist eine erste Linie also ganz klassisch ein altruistisches Geben was man in Form von Geld machen kann, in Form vom gesellschaftlichen Engagement oder im Form von Immobilien die ich übertrage.
00:10:37: Das ist ein ganzheitliches Wirken ohne eine Gegenleistung zu erwarten und das unterscheidet sich eben vom Sponsoring.
00:10:45: Ich gehe aber davon aus wenn ich das richtig gesehen habe dass sie zumindest in den Zwischenzeilen die Definitionen von Philanthropie so bisschen enger fassen und ein bisschen konkreter werden als in dieser allgemeinen Formulierung von eben.
00:11:02: Also ich glaube, was uns getrieben hat war vor allem die Vielfalt zu zeigen so dass das halt auch wirklich für jede Stifterin, für jede engagierte Person wie jeden Philanthropen etwas anderes meinen kann.
00:11:15: Die einen sagen Ich möchte etwas schaffen, das über lange Zeit Bestand hat.
00:11:20: andere gehen eher auf eine Nussblien nach ja also ist ja auch in Ordnung und sagen, ich habe etwas was mich besonders bewegt.
00:11:31: Was ich besonders wichtig finde.
00:11:34: das möchte ich gerne teilen mit der Welt.
00:11:36: Wunderbar!
00:11:37: Also ich glaube wir haben gar nicht so ein enges Konzept von Philanthropie sondern eher eines dass sagt wenn du Interesse daran hast dich zu engagieren und dich sagen über deinen unmittelbaren Wirkungskreis hinaus oder vielleicht über das von dir gegründete Unternehmen hinaus, oder davon dir geerbte Unternehmen hinaus.
00:11:58: Dich zu engagierend und Dinge zu verändern zum Besseren dann gibt es dafür ganz viele verschiedene Spielarten.
00:12:09: Das war so ein bisschen der Impul zu zeigen wie breit kann da das Spektrum sein?
00:12:13: Dass alleine auch deine Zeit, deine Netzwerke die du hast, deine Zugänge die du hasst zu bestimmten Leuten oder zu bestimmten Themen, oder zu Ressourcen.
00:12:22: Dass das auch was ganz Wertvolles sein kann, dass du teilen kannst.
00:12:25: Da muss noch nicht mal Geld dahinter
00:12:26: sein.".
00:12:27: Genau das sozu sie uns ja auffordern letztlich auch.
00:12:30: Was versteht ihr unter Philanthropie?
00:12:31: Das versuchen wir eben auch den Lesern der Leserin diesen Weg zu begleiten.
00:12:36: D.h.,
00:12:36: dass man in sich geht und nicht sofort auf eine Problemlage stürzt und dann ein Projekt findet und da bin ich unternehmerisch oder philanthropisch tätig sondern dass man eben genau sich diese Frage stellt, wie kann ich eigentlich wirken?
00:12:48: Was möchte ich persönlich bewirken und was sind dort die richtigen Wege.
00:12:52: Und da bieten wir Angebote.
00:12:54: aber genau das ist glaube ich das, was dieses Buch unterscheidet von Ratgebern indem wir immer wieder auch mit den Bildern und den Zitaten auffordern, dass man sich Gedanken macht, das wollen wir gerade nicht.
00:13:04: oder ins Nicken kommt und sagt ja wohl endlich wird mein Problem mal formuliert in einer Form, wie es nicht hätte formulieren können.
00:13:10: Aber ein Problem, das Thema Philanthropie ist natürlich im Grunde so alt wie die Menschheit.
00:13:15: Gleichzeitig ist es hier in Deutschland ja auch nicht so ... Wie soll ich sagen?
00:13:19: Ist kein gelerntes Thema und steht ja immer wieder... Es gibt zumindest Philantropen, die stehen in der Kritik.
00:13:25: also zum einen warum engagieren sie sich wenn doch der Staat eigentlich diese Aufgabe hat?
00:13:31: dann haben wir natürlich sicherlich eine Neiddebatte.
00:13:33: also Menschen die viel verdienen und viel geben stehen natürlich stärker im Fokus als andere.
00:13:39: Wie ist das quasi bei ihrer Recherche zu dem Buch?
00:13:44: Was ist Ihnen da aufgefallen, Herr Mein?
00:13:46: Also ich glaube in der Tat wagen sich in Deutschland Menschen die viel geben relativ spät oder gar nicht aus der Deckung.
00:13:55: Ich habe mal für eine Unternehmerfamilie meine Stiftungsgründungen eine ganze Zeit lang über mir Jahre begleitet und mit aufgebaut und die hatte die erste zehn Jahre nicht mal ne Webseite weil sie gesagt hat Also zwei Dinge.
00:14:10: Erstens, wir wollen uns damit ja gar nicht in der Öffentlichkeit produzieren Wir wollen uns auch nicht angreifbar machen zum Beispiel bei der Frage nach der Höhe des Engagements.
00:14:20: Denn egal wie viel es ist Die Leute werden immer sagen hey die sind doch so reich Warum wissen das zu wenig?
00:14:27: Egal wieviel es ist Und wir wollen erstmal liefern!
00:14:31: Wir wollen erst mal üben ausprobieren, zeigen was wir können bis wir etwas vorzuweisen haben bevor wir anfangen da überhaupt öffentlich drüber zu sprechen.
00:14:40: Und es gibt natürlich auch die ganz anderen, die ganz laut sprechen und erst mal vielleicht noch gleich so viel liefern.
00:14:46: und dann gibt es auch die die öffentlich einladen und sagen lass uns was zusammen tun.
00:14:49: also das ist glaube ich vielfältig.
00:14:52: Ich glaube aber ihre Beobachtung ist schon richtig.
00:14:57: Viel öffentlicher Applaus kriegt man dafür eher nicht.
00:15:03: Und egal, selbst wenn man irgendwo ein großes Gebäude hinsetzt, ein Konzert aus einem Museum dann heißt es so...
00:15:10: Haben wir eine Hamburger Erfahrung mit?
00:15:12: Davon hat man gehört.
00:15:15: Woran glauben Sie?
00:15:15: aus Forschungssicht Herr Professor, woran liegt das?
00:15:20: Woran liegt was genau?
00:15:21: Wie soll ich sagen, dieses Ressentiment?
00:15:23: im Grunde könnten sich doch alle freuen wenn da ein Medzén ist und weiß nicht der spendet eine neue Seebrücke oder ne Opa.
00:15:32: Also wieso ist das so dass Philanthropie nicht eigentlich automatisch in der Gesellschaft integriert ist und akzeptiert
00:15:39: ist?
00:15:39: Weil ich glaube es ist vorgelagert um die Verteilung von Reichtum geht und es sich dem eher um die Fragestellungen geht wie reich darf jemand eigentlich sein?
00:15:47: sollte man das deckeln muss er das abgeben.
00:15:50: Es geht um Themen wie Vermögenssteuer und wie kam es eigentlich dazu, dass jemand überhaupt so reich werden konnte?
00:15:57: Und nicht provokativ gesprochen sehr viel von seinem Gewinn auch seinen Mitarbeitern abgibt die letztlich für diesen Reichtum mit gesorgt haben.
00:16:05: Ich denke, dass Philanthropie da nur ein Ausläufer ist dieser Debatte aber im Grunde vorgelagert ist.
00:16:11: Ich glaube auch beim West-Vergleich mit anderen Gesellschaften Zum Beispiel in den USA, wo das sehr viel selbstverständlicher ist.
00:16:18: Da gibt es dann den Paul Schulze Flügel im Museum und das sowieso Institut.
00:16:26: Da ist aber auch klassisch die Rolle des Staates eine andere nicht?
00:16:29: Ist sehr viel reduzierter.
00:16:31: Die Daseinsvorsorge wird eher privat organisiert an vielen Stellen.
00:16:36: Es gibt vielleicht ne Basisabsicherung Und wir haben hier auch ein ganz anderes Staatsverständnis dass eigentlich der Staat und die staatlich organisierten Systeme, Versicherungen
00:16:46: etc.,
00:16:48: die Grundabsicherung leisten.
00:16:50: Und alles andere ist eigentlich noch das Sahnehäubchen obendrauf.
00:16:54: Beim Sahne-Häubchern gucken wir halt schon nochmal anders hin als wenn man sagt Das ist jetzt deine bürgerschaftliche Verantwortung für deinen nächsten unmittelbar zu sorgen von der Sohnküche Bisterbibliothek.
00:17:05: Andreas, ist es eine Beobachtung, die du auch gemacht hast?
00:17:12: Ja ich glaube auch die Erfahrung, die wir mit unserer Familie gemacht haben dass sie ihr Engagement nicht an die große Glocke hängt, sondern ganz bewusst das unter dem Radar fliegen lässt auch innerhalb der Stiftungswelt um sich nicht angreifbar zu machen.
00:17:30: Um überhaupt erst mal in den Verdacht zu kommen man möchte sich mit dem Selbstverständnis profilieren, sondern für viele Familien bedeutet ja wirtschaftlicher Erfolg eine Verpflichtung gegenüber gesellschaftlichen Herausforderung.
00:17:47: Das ist glaube ich etwas, was wir an vielen Stellen wahrnehmen und wir leben natürlich auch in einer Welt, in der sich die Gesellschaft ja weiter auseinander bewegt.
00:17:55: also sie lieber Prof.
00:17:57: Gottschald haben mir gerade gesagt Reichtum wird kritisch gesehen weil es eine falsche Verteilung von Vermögen ist und man sprecht gar nicht mehr über Talente sondern über Geld.
00:18:09: und wenn die einen so viel haben Lieber Christian Mein Sie haben's ja auch gerade gesagt Dann geben die immer zu wenig.
00:18:17: oder sie geben, um sich die Familienhistorie schönzuwaschen.
00:18:22: Es gibt ja so viele Herausforderungen.
00:18:25: Trotzdem können wir einig sein es gibt weiterhin erfolgreiche Menschen, die sich engagieren wollen.
00:18:36: Was ist denn Ihre Empfehlung?
00:18:39: Aus dieser Kombination, die bei Ihnen beiden hier einzigartig ist.
00:18:42: Sie kennen diese Familien aus den Family-Offices, sie kennen aber auch Wissenschaft und Forschung dazu.
00:18:47: Was sind denn Ihre Empfehlungen?
00:18:48: Wie sollen sich Unternehmerfamilien – gerade wir haben ja in den neuen Bundesländern einige, die jetzt in der ersten Generation hochvermögen geworden sind – wie sollen die sich das Thema erarbeiten?
00:19:00: Also wir haben bewusst keinen Ratgeber geschrieben, weil wir uns mit dem Rat geben an der Stelle zurückhalten wollen.
00:19:07: Ich glaube, was uns beide bewegt hat ist die Frage wie können wir euch bei der Reflexion unterstützen?
00:19:16: Also wie seht ihr euer eigenes Vermögen euren Reichtum und eure eigenen Möglichkeiten?
00:19:23: Was sind die Werte mit denen ihr euch beschäftigt?
00:19:26: Was liegt euch am Herzen?
00:19:28: Wie schaut ihr auch als Familie drauf?
00:19:30: Ist das etwas, was die Gründergeneration bewegt?
00:19:35: Aber die Kinder schon gar nicht mehr.
00:19:37: Oder umgekehrt sagen die Kinder ja Papa hat nur Geld verdient oder Mama?
00:19:41: und also wir wollen eigentlich damit was Gutes tun.
00:19:44: oder ist es ein gemeinsames Projekt?
00:19:46: Also da gibt's ja auch ganz viele Spielarten.
00:19:49: wie gesagt mit dem Rat geben und den Checklisten haben wir uns zurück gehalten weil wir glauben dass das der Untertitel eine höchstpersönliche Reise ist die da jede und jeder machen muss.
00:20:01: Und da kommt es vor allem auf die Reflektion an, was sind jetzt beiden Zielen?
00:20:05: Und wie sieht der Wicht dahin
00:20:06: aus?
00:20:06: Aber darum würde ich gerne nochmal abheben Herr Professor wenn Sie erlauben sie haben vorhin gesagt das hat nicht immer nur etwas mit Geld zu tun.
00:20:14: am Ende ist das ja auch etwas.
00:20:17: Sie haben sich selbst angesprochen wissen dass man in der Gesellschaft geben kann oder so.
00:20:21: Das heißt sind wir nicht eigentlich alle Philanthroben?
00:20:25: Ja, weil wir Steuern zahlen und dadurch der Staat viel gemeinnützige Dinge ohnehin tut.
00:20:32: Ich kenne tatsächlich einen Philanthropen aus der Schweiz, der lange Zeit gesagt hat wieso soll ich das tun?
00:20:37: Ich gebe doch sehr viel also durch meine hohen Steuerausgaben.
00:20:42: Ja, Philanthropie ist einfach sehr persönlich und da ist immer das Gefühl unter die Rationalität, die im Spannungsfeld stehen.
00:20:49: Und das muss jeder für sich einfach herausfinden.
00:20:52: möchte ich überhaupt wirksam sein, möchte ich messbar sein und es muss zulässig sein dass man eben seine Förderentscheidungen auch wieder ruft.
00:20:59: Wir beobachten das ja auch vielleicht.
00:21:00: Christian stimmt mir zu nach einer gewissen Zeit der Stiftungsgründung so eine Stifter-Depression eintritt, plakativ gesprochen.
00:21:08: Wo viele sich fragen wollte ich das eigentlich wirklich so?
00:21:11: und ist es der Weg den ich eingeschlagen habe die richtige?
00:21:14: Und das kommt so nach drei bis fünf Jahren und das erlebt man auch als neuer Geschäftsführer von Stiftungen dass man dann vieles wieder in Frage stellt und das ist durchaus zulässig.
00:21:25: Diese Beschäftigung mit sich selbst, mit Dingen die man so auch nicht gewohnt ist.
00:21:31: Ist ja auch sehr herausfordernd für vermögende Personen weil Prozesse im Gang gesetzt werden, die man aus seinem Berufsleben so nicht gewöhnt ist und deswegen ist das ein sehr spannendes Feld und da versuchen wir eben in diesem Buch gerade im ersten Artikel über Motivationslagen viel Unterstützung zu bringen.
00:21:49: Buch können jetzt die Zuhörer nicht sehen, aber da ist ein Puzzleteil.
00:21:52: Und eine Frau hat dieses Puzzle-Teil mit einem Schatten von sich in der Hand und versucht das auf die Weltkarte, die auch mit Puzzlen dargestellt wird, einzusetzen.
00:22:01: Genau das ist ein Bild, was wir stiften um anzuregen.
00:22:05: Wie stark möchte ich mich in diesem Puzzledeil sehen?
00:22:09: Wo setze ich es bestmöglich ein?
00:22:11: Ich
00:22:11: habe selten Andreas einen Professor erlebt, der so vehement sein Buch beworben hat.
00:22:17: Mir war das gut sprechend!
00:22:19: Super, super, super!
00:22:21: Er meint noch mal ganz kurz... Wir
00:22:23: machen jetzt ein Hörbuch.
00:22:24: Von dem Buch?
00:22:25: Genau also hervorragend.
00:22:26: auch wie sie die Bilder beschreiben ist in der Tat Das Bild ist da drin und es ist tatsächlich ein gutes Bild Also ein schönes Sinnenbild.
00:22:33: sagen wir mal so.
00:22:33: Lassen Sie uns vielleicht nochmal eine Sache sprechen, die nicht in dem Buch ist Die mich aber wirklich interessiert, was glauben Sie wie sich die Philanthropie in Deutschland in Zukunft entwickeln wird?
00:22:47: Also klar würde es immer Menschen geben.
00:22:49: Die Stiftung gründen und so weiter und sofort.
00:22:50: aber wir haben ja gerade auch noch mal über die Kritik gesprochen.
00:22:54: Wir haben aktuell eine politische Situation In der gemeinnützigen Organisation wollen wir das mal so formulieren ist schon schwer haben sowohl was das Geld angeht als auch was die Reputation angeht.
00:23:06: Wie bewerten sie das für die Zukunft?
00:23:10: Ich glaube, dass das Vertrauen da rein.
00:23:14: Dass der Staat das schon richten wird und die Politik und die Parteien und dann gibt es irgendein vernünftiges Gesetz irgendwann und dann wird ein großes Problem, ob das jetzt der Klimaschutz ist oder die Verkehrswende oder was auch immer, dann wird das schon irgendwie im politischen Prozess vernünftig geregelt werden.
00:23:31: Dass dieses Vertrauen heute noch weniger ausgeprägt ist als es das vielleicht auch schon früher gewesen ist.
00:23:38: Und dass viele Menschen die sagen, das müssen wir wie selbst in die Hand nehmen!
00:23:42: Und ich traue mir das auch zu.
00:23:43: Aber ich traust mich vielleicht nicht alleine zu, also dass ist ein zweiter Trend den wir jetzt nicht empirisch nachweisen.
00:23:50: ja so aber Ich glaube den den wir beobachten dass Menschen sich zusammen tun und dass es dann so Phänomene gibt was ich wie die together frontation oder sowohl Leute sich ums lagerfeuer scharen und sagen So wie geht's dir?
00:24:02: Was treibt dich gerade an mich auch und gibts was was wir zusammen machen wollen?
00:24:06: oder wer von euch hat lust mitzumachen?
00:24:08: Da gibt es das und das Thema, das Problem, das mich interessiert.
00:24:11: Ich habe jemanden gefunden der hat da eine tolle Lösung aber ich will das nicht alleine machen.
00:24:16: also ich glaube mehr Kooperation wird es geben auf der Seite derer die sich engagieren wollen.
00:24:22: Es wird immer mehr Lösungen oder Lösungsansätze geben die nicht darauf zielen mit Modellprojekt staatliches Handeln in ne bestimmte Richtung zu lenken.
00:24:35: alte monische Idee, ich zeig mal wie es geht und dann machen wir Modellprojekt.
00:24:40: Und fünf Jahre später gibt's die Evaluation des Handbuches und der Staat übernimmt das schon, sondern dass da einfach auch Strukturen oder Lösungen selbst gebaut werden – gerade im wirtschaftlichen Bereich – und dass es auch sozial- unternehmerische Lösungen an vielen Stellen geben wird.
00:24:57: Aber auch so etwas Bewegung.
00:25:00: was ich in der Development Goals, wo Leute sagen eigentlich muss die Veränderung in den Köpfen Wir müssen miteinander sprechen und neue Gemeinsamkeiten schaffen, wenn wir das Ruder noch rumreißen wollen.
00:25:16: Das ist auch ein drängendes Gefühl, dass viele Menschen haben, dass hier ganz schön viel verändert werden muss, wenn es unsere Kinder mal nicht schlechter haben sollen.
00:25:29: Und da gibt es den spannenden Ansatz der sogenannten Dritte Orte.
00:25:32: Das sind Räume, in denen sich Menschen treffen oder Orte fern von Organisationen wo man einfach sich zusammenfindet miteinander spricht und neue Lösungen findet.
00:25:40: Manchmal frage ich mich ob das das Gemeindehaus von früher ersetzt, wo man danach dem Gottesdienst zusammengesessen hat.
00:25:47: aber diese dritte Ort ist so eine Bewegung die auch auf dem Stiftungstag der gerade in Hamburg stattfand sehr diskutiert wurde.
00:25:56: Also ich höre raus, dass die Stiftungsdepression am gemeinsamen Lagerfeuer mit anderen leichter ertragbar ist.
00:26:04: Aber gleichzeitig hören wir auch heraus meiner Herrin das Zutrauen in Staat was gesellschaftliche Themen betrifft abnimmt oder zumindest es viele Fragezeichen gibt.
00:26:18: und trotzdem ist ja auch zumindest nach meinem Verständnis philatropisches Engagement hier auch immer etwas wie Zivilgesellschaft und Gemeinnützigkeit, das ja eigentlich bewusst in unserer Gesellschaft etabliert wurde um Demokratie und Gemeinschaft zu fördern.
00:26:35: Wie kommt es auf der einen Seite jetzt dazu dass die Menschen, die sich engagieren wollen, das Gefühl haben sie müssen den Staat ersetzen?
00:26:44: Und die Frage zweites was können wir eigentlich tun?
00:26:48: Was können Sie aus der wissenschaftlichen Betrachtung heraus empfehlen gesellschaftliche Dilemma eigentlich aufheben.
00:26:59: Also ihre These, dass das Stiftung den Staat immer mehr ersetzen wollen würde ich jetzt noch nicht unbedingt zustimmen.
00:27:04: Das Stiftungen können sehr egoistisch sein, können Modelle in einem Feld ausprobieren während der Staat gerecht sein muss und können sich das leisten.
00:27:12: Und der Beitrag von Stiftungen ist finanziell ja sehr, sehr gering im Verhältnis zu Staatsausgaben.
00:27:17: Also wenn man das in Bildungssektor sieht dann ist das was Stiftung insgesamt tun da enden wir beim ersten Januar und dann ist es Geld zu Ende.
00:27:25: Ich glaube nicht dass es eine besser wissrische Art ist sondern dass das Stiftogen eher versuchen wie Trüffel Schweine herauszufinden ob es noch andere Modelle und Lösungen gibt die man sich leisten kann, so wie wir es die Freiheit haben oder hatten an der Universität eben zu Dingen zu forschen sie auszuprobieren ohne dass wir dort einen finanziellen Druck haben.
00:27:44: Und ich glaube das Stiftungen eher diese Rolle haben, dass Sie immer wieder neue Modellprojekte zeigen, die dann der Staat übernehmen können oder eben auch nicht und man auch auf Themen einfach Aufmerksamkeit macht fern von den demokratischen Strukturen, die sich in Stiftung wie am Beispiel Dritte Orte sehr schön bilden können.
00:28:01: Ich würde das Stichwort Zivilgesellschaft gerne nochmal aufgreifen.
00:28:05: Ich glaube, die Zivil-Gesellschaft fühlt sich im Augenblick von der Politik und vom Staat nicht gehört.
00:28:12: Im Gegenteil.
00:28:13: also wir erleben ja gerade eine ganz starke Debatte um die Frage wer finanziert eigentlich Zivil Gesellschaft wie?
00:28:19: Wer wird da subventioniert?
00:28:21: Das sind ja verschwinden kleine Beträge wenn man sich andere Subventionen anguckt, die aber für das funktionieren unserer Gesellschaft total relevant sind weil es da Strukturen gibt, die der Staat gar nicht leisten kann.
00:28:34: Und dann gibt es in der Bundesregierung eine Ministerin für Sport und Ehrenamt.
00:28:40: Das heißt diese ganze Zivilgesellschaft wird reduziert auf freiwillige Feuerwehr- und Sportvereine.
00:28:48: Und der Zivilgesetz wird gar keine Rolle bei der Problemlösung zugesprochen.
00:28:53: Sie wird als Partnerin nicht ernst genommen im Augenblick von der Politik.
00:28:59: Wahrnehmungen, die gerade viele engagierte teilen und sagen hey wenn ihr uns nicht zuhört wir wollen gerne mit euch was gemeinsam machen.
00:29:06: Und das gibt es ja auch.
00:29:07: also viele arbeiten ja auch.
00:29:08: Wenn ich in Schule im Bildungssystem was verändern will muss das am Ende der Starten machen denn das sind vierzig tausend Schulen.
00:29:14: das kann keine philanthropische Initiative.
00:29:17: da brauche man Partner.
00:29:18: und jemand der mich auch ernst nimmt und der mir auch zuhört.
00:29:22: Das fühlt sich im Augenblick für viele so nicht an.
00:29:25: Das hört sich eigentlich auch wieder nach einem spannenden Thema an, Herr Meinen.
00:29:28: Professor, wird das hier nächstes Buch über die Zivilgesellschaft?
00:29:32: Wir machen gerade tatsächlich eine große Vereinstudie an der Universität Lichtenstein wo wir die Managementfaktoren und die Motivationslagen warum sich Menschen in Vereinen engagieren testen.
00:29:42: Lichtenstein hat deutlich mehr Vereine als andere Länder im deutschsprachigen Raum und das ist unser Philanthropiebegriff.
00:29:49: dass wir eben die in diese Breite gehen fahren von Stiftungen.
00:29:54: Super!
00:29:54: Schön, dass Sie da waren.
00:29:55: Für Herrn Professor darf ich noch mal kurz sagen das Buch heißt Sinnstiften ganzheitlich wirken impulse für eine persönliche Philanthropie von Marc Gottscheike und Christian Mein.
00:30:05: toll, dass sie bei uns waren.
00:30:06: Vielen Dank für die Einladung.
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