Till Wahnbaeck über Geld, Leidenschaft und die wahre Philanthropie

Shownotes

Mit Till Wahnbaeck begrüßen wir bei new philanthropy einen erfahrenen Praktiker und visionären Macher in dieser Podcast-Folge. Er war von 2015 bis 2018 Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe, bevor er 2019 Impacc gründete – eine einzigartige gemeinnützige Organisation, die sich auf den Aufbau und die Förderung von Start-ups in Afrika spezialisiert hat. Seine Expertise verbindet traditionelle Entwicklungszusammenarbeit mit innovativer sozialer Unternehmerschaft.

„In etablierten Organisationen neue Wege zu gehen, ist sehr schwer!“

Dieses Zitat ist kein Lippenbekenntnis, sondern gelebte Erfahrung. In unserem Gespräch teilt Till Wahnbaeck seine Einsichten darüber, wie schwer es ist, innerhalb etablierter Strukturen nachhaltig Veränderungen anzustoßen – sei es bei etablierten NGOs wie der Welthungerhilfe oder beim Aufbau neuer sozialer Unternehmen in Afrika.

Wir tauchen ein in Chancen und Herausforderungen, die soziale Innovationen in traditionellen und neuen Kontexten betreffen – dabei zeigt er, wie Impacc mit seinem Ansatz Start-ups in Afrika unterstützt und so lokale Wirtschaftskraft stärkt.

Seine Mission reicht weit über einzelne Projekte hinaus: Mit Impacc verfolgt er das ambitionierte Ziel, eine Million Arbeitsplätze auf dem afrikanischen Kontinent zu schaffen. Wie er das mit gezielter Förderung sozialer Innovationen und Finanzierungsmodellen erreichen möchte, erläutert er lebendig und praxisnah im Podcast.

„Unsere Vision ist es, eine Million Jobs in Afrika zu schaffen!“

Impacc

Transkript anzeigen

00:00:20: Willkommen zu einem neuen Podcast, einer neuen Folge von New Philanthropy.

00:00:27: An meiner Seite Andreas Schiemens vom Sinngeber.

00:00:29: Hallo Andreas!

00:00:30: Hallo Jörg!

00:00:31: Schön dass du dabei bist und wir haben einen tollen Gast uns eingeladen den ich jetzt mal ganz kurz vorstelle.

00:00:38: herzlich willkommen Til Warnbeck.

00:00:40: Vielen Dank!

00:00:43: Du bist ein Philantropf Unternehmer, Geschäftsführer alles Mögliche.

00:00:50: Manche kennen dich vielleicht im Kontext mit der Welthungerhilfe auch das Thema Spenden, Impact Investing und so.

00:00:56: Magst du Dich mal ganz kurz in zwei Sätzen vorstellen?

00:01:00: Ja ich bin glaube ich so ein Wanderer zwischen den Welten und habe in meinem Leben schon sehr viele Dinge gemacht die so auf einen ersten Blick eigentlich überhaupt nichts miteinander zu tun haben.

00:01:08: Ich hab mal Geschichte studiert mit denen man sich als Historiker so beschäftigt, sind per Definitionen schon tot.

00:01:16: Das war mir irgendwie zu wenig Lebensbejahn.

00:01:19: und was machst du dann gestern ins Marketing wenn du nichts gelernt hast?

00:01:22: Und dann habe ich lange Zeit bei einem Konsumgüterunternehmen Procter & Gammel gearbeitet der mich sehr geprägt hat und wo ich Werkzeuge der Wirtschaft gelernt habe und die auch sehr geschätzt hab und je nach wie vor sehr schätze.

00:01:37: aber irgendwann hatte ich das Gefühl so richtig befriedigt mich der Sinn davon nicht, was ja letztendlich ist reiche Menschen reicher zu machen.

00:01:45: Und hab dann nach einem kleinen Umweg – ich habe auch noch mal kurz einen Verlag geleitet – bin in die Entwicklungszusammenarbeit gegangen und für die Weltholgehilfe gearbeitet, für einige Jahre großartige Organisationen mit tollen Zielen und hatte da aber das umgekehrte Problem, dass sich sagte jetzt bin ich da angekommen ... wo ich mich mit den Zielen identifizieren kann.

00:02:04: Aber was ist denn eigentlich aus meinen ganzen schönen Werkzeugen geworden, die ich in der Privatwirtschaft gelernt habe?

00:02:09: Und insofern war das ein bisschen kurviger Weg und da sieht auf den ersten Blick auch irgendwie sehr merkwürdig aus.

00:02:14: aber ich glaube... Der Wahnsinn hat so'n bisschen Methode weil ich jetzt seit einigen Jahren etwas mache, wo ich die Werkzeuge der einen Einsätze für die Ziele der anderen.

00:02:26: Und daraus ist meine Organisation Impact geworden, ich sage manchmal so ein bisschen flapsig, Impact ist eine Hilfsorganisation, die denkt sie wäre eine Venture Capital Bude und wir machen aus Spendenbeteiligung an afrikanischen Start-ups.

00:02:38: Das Ziel ist nicht Geld verdienen, wir sind gemeinnützig aber das Ziel ist Unternehmer und Gründerinnen und Gründe zu unterstützen damit die aus eigener Kraft wachsen und Jobs schaffen können denn den Job ist der beste Weg aus der Armut.

00:02:50: Das ist jetzt ne sehr lange Antwort.

00:02:53: Ich habe auch schon einige Jobs gemacht, also ich hoffe ihr seht es mir

00:02:55: nach.

00:02:55: Nein das ist alles, ich finde das total spannend Andreas und ehrlich gesagt ist das ja ein relativ ungewöhnlicher Ansatz wenn nicht das richtig im Kopf dass man sagt wir investieren jetzt nicht in Projekte in Afrika wo's darum geht weil sie nicht Bäume pflanzen oder Brunnenborn Wasserbildung sondern wir investiren in die Wirtschaft.

00:03:13: Ist das ein einzigartiger Ansatz?

00:03:15: Naja

00:03:15: ich glaube tatsächlich was ich bei Tel Spannen finde ist diese Entscheidung die er getroffen hat nach der beruflichen Karriere in der Wirtschaft.

00:03:26: Und Procter & Gämbel ist ja auch nicht dafür bekannt, dass sie knausam bei den Gehaltszahlungen diese Frage sich zu stellen die viele Philantroben im Kopf haben.

00:03:36: also will ich in dem Job bleiben?

00:03:38: Will ich weiter gutes Geld verdienen und davon ein sichtbaren Teil weggeben oder wechsel ich die Seiten und baue was Eigenes auf.

00:03:47: Das ist ja eine Entscheidung, die man immer wieder treffen muss.

00:03:50: Und diese Entscheidung zu sagen ich gehe raus und dann auch gleich den Sprung als Vorstandsvorsitzender bei der Welthungerhilfe das war ja glaube ich auch nicht selbstverständlich.

00:04:01: und aus dieser Entscheidung heraus zu sagen okay da ist aber mehr drin an Engagement.

00:04:08: Das nehme ich bei Tehl tatsächlich wahr dass er Und das am alle Philanthropen, diese Sehnsucht nach wie kann ich wirkungsvoller sein?

00:04:20: Da ist der Weg aber ungewöhnlich weil üblicherweise die meisten dann mit ihrem Geld entweder bestehende Projekte unterstützen oder eigene Stiftung gründen.

00:04:28: Aber dann lass uns noch mal zurück kommen, weil jetzt hast du es auch gerade gesagt.

00:04:32: Vorstandsvorsitzender, du warst ja nicht nur Einfachpartner bei der Welthungerhilfe und du hast vorhin etwas gesagt was wir natürlich aus unserer Erfahrung auch kennen.

00:04:41: ich habe immer gesagt Ich fand das sehr angenehm als ich in den Sektor kam Weil er war zehn Jahre zurück Und da gab es noch ganz tolle Höflichkeitsformen.

00:04:48: Das bedeutet aber auch dass was du gesagt hast Was die Professionalität angeht War schwierig.

00:04:54: Du hast es sehr elegante ausgedrückt.

00:04:55: Du hast gesagt wo waren halt die Werkzeuge die ich kennengelernt hatte.

00:04:59: Nun warst du aber Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe, das heißt du hättest ja die Welthunge Hilfe komplett reformieren können?

00:05:06: War das... ... auch als Vorstandsvorsitzender sehr schwierig?

00:05:10: Oder hast du gesagt,

00:05:12: dass ich mich

00:05:12: die Zeit...

00:05:13: Ja.

00:05:13: Lass mich zunächst mal eine Lanze brechen für meine alte Organisation,... ... der mit Professionalität hat das nichts zu tun.

00:05:18: Die Welthungerhilfe ist eine höchst professionelle Organisation,... ....die diese sehr gute Arbeit leistet.

00:05:24: Ich glaube, das Grundproblem, was ich gespürt habe,... ... ist, dass die Art der Tätigkeit wichtig und richtig ist.

00:05:34: Aber... jetzt auch nicht die eierlegende Wollmilchsau.

00:05:36: Das ist nicht sozusagen, es gibt diesen einen Ansatz in der Entwicklungszusammenarbeit, der funktioniert und klassische Organisationen sind Spenden finanziert in einer Regel, grünstaatliche Gelder haben sich ganz häufig eben für diesen Projektansatz entschieden.

00:05:54: Und der hat durchaus in vielerlei Hinsicht seine Bedeutung, ich glaube wenn du Mädchen in die Schule bringen willst wer soll dafür zahlen?

00:06:01: Da gibt es kein Geschäftsmodell.

00:06:04: aber einen sehr, sehr großen Bereich finde ich und Armutsbekämpfung gehört eindeutig mit dazu wo es natürlich per Definition um Geld geht.

00:06:12: Und wo wird das Geld verdient?

00:06:14: in Unternehmen?

00:06:15: Und die Frage wie man Unternehmertum einsetzen kann Das ist aus verschiedenen Gründen in der klassischen Entwicklungshilfe Ich sage jetzt immer Entwicklungshhilfe.

00:06:22: Ich weiß man sagt Entwicklungszusammenarbeit versteht aber keiner.

00:06:25: deshalb sage ich jetzt einfach doch Entwicklungshelfe Ist dieser Dieser Bereich ein bisschen unterbelichtet.

00:06:32: Und das hat verschiedene Gründe, die Spender sagen aber ich habe dir doch Geld gegeben damit du einen Brunnen bohrst nicht damit du in irgendeinen Business investierst.

00:06:40: Die Mitarbeiter sagen Ich hab mich ganz bewusst gegen die Wirtschaft entschieden.

00:06:43: Ich will sozusagen im sozialen Bereich Es gibt rechtliche Gründe und dass war unser Alleinstellungsmerkmal und unser Finanzamtheck, dass wir die Ersten in Deutschland waren, die aus Spendenbeteiligungen machen durften.

00:06:54: Das ist auch rechtlich gar nicht so schwer.

00:06:56: Und das kommt alles zusammen völlig unabhängig von Engagement und Professionalität.

00:07:00: Ich hatte das Gefühl wie häufig ja eigentlich wenn du wirklich neue Wege gehen willst dann geht es... in etablierten Organisationen schwieriger.

00:07:10: Wir kennen das von Nokia oder Kodak ist vielleicht sogar noch ein besseres Beispiel, Kodack hatte eigentlich alle Patente für Digitalfotografie in der Schublade aber gesagt können wir doch nicht machen dann stabilisieren wir unser Geschäft.

00:07:22: Fünf Jahre später waren sie dann auch pleite.

00:07:24: Also sozusagen neues ausbestehendem heraus ist ein bisschen schwierig.

00:07:27: und dann ist eigentlich, fand ich die Vorstellung jetzt was eigenes zu gründen und ein eigenes Start-up ja de facto aufzubauen.

00:07:35: Auch ganz charmant!

00:07:36: Ich fand Andreas zwei Sachen total spannend.

00:07:40: Was Till gesagt hat einmal dieses... Die Mitarbeiter die sagen, ich bin doch extra aus der Wirtschaft weg quasi.

00:07:45: und die Spender die sagen aber ich habe dir noch Geld gegeben um Brunnen zu bohren.

00:07:48: wie siehst du das?

00:07:49: Ich glaube Punkt eins, Till hat vollkommen recht.

00:07:52: Wir müssen immer wieder betonen welche großartige Arbeit gemeinnütziger Organisationen wie auch die Welthungerhilfe leisten?

00:08:00: Das sind Organisationen, die über Jahrzehnte sehr genau wissen was sie tun und eine sehr hohe Effektivität in ihrer Projektübersetzung haben.

00:08:10: wir wissen aber auf der anderen Seite dass es viele philanthropische Menschen gibt das Thema der Wirtschaft für sich als die Lösung ... der Themen sehen, weil sie selber ja diese Wirtschaftskompetenz haben.

00:08:23: Und Till hat ja neben Geschichte auch VWL studiert wenn ich das richtig gesehen habe.

00:08:27: also dieser Blick auf die Werkzeuge... ...die es in der Wirtschaft gibt, die einen ganz anderen Business Case haben ein ganz anderes Geschäftsmodell als die Gemeinnützigen,... ...die kann man nicht so ohne weiteres zusammenbringen, weil dann verlierst du auf der einen Seite die Wirkung und auf der anderen Seite kriegst du das nicht so integriert.

00:08:45: und deshalb den Schritt zu gehen ein eigenes Unternehmen zu gründen, das ist dann wahrscheinlich naheliegend aber es machen einfach wenige.

00:08:53: Das ist das was mich so erstaunt hat und deshalb die Frage an dich Till war es die Welthungerhilfe die ich dann zu dieser Überlegung gebracht habe?

00:09:03: du musst etwas Eigenes als Verbindungstück zwischen Wirtschaft also zwischen Profit und Non-Profit schaffen.

00:09:12: wo kam dieser Impuls her?

00:09:14: Dass Du und Dein Mitgründer der Impact ins Leben gerufen hat.

00:09:18: Tja,

00:09:21: ich habe einen Freund langjährig, der hat gesagt es war längst überfällig und er hatte seit er mich kennengelernt hat vor dreißig Jahren das Gefühl ist steckt so ein Gründer in mir?

00:09:29: Das war mir selbst gar nicht so bewusst.

00:09:31: Ich bin irgendwie Beamtenkind Und mein Großvater war Pastor und sein Vater auch.

00:09:35: und da steckt jetzt eigentlich nichts Geldverdienendes und auch Nicht sozusagen Selbstständiges eindlich drin.

00:09:42: aber irgendwie reizt mich eigentlich immer das Neue und deshalb bin ich glaube auch ein sehr freiheitsliebender Mensch.

00:09:48: Und vielleicht passt dich dann irgendwann nicht mehr so richtig in diese bestehenden Gefäße rein, aber der eindliche Gründungsempuls war wie immer bei mir, diese Frage gibt es nicht einen besseren Weg, Ziele zu erreichen?

00:10:04: Eingangs gesagt, so zwischen den Welten wandelt.

00:10:07: Dann nimmt man natürlich einiges mit Dinge im Privatsektor die ich gut finde und die ich schlecht finde und im gemeinnützigen umgekehrt.

00:10:14: Und diese Frage wie kann man das irgendwie neu zusammenbauen?

00:10:18: Das hat mich interessiert und dann habe ich auch geguckt.

00:10:20: Ich hatte ja diese Idee Kann man nicht Unternehmertum fördern, kann man nicht Diese tollen Gründerinnen und Gründern, die ich seit Jahrzehnten in Afrika kennenlerne Die mich viel mehr inspirieren?

00:10:30: ehrlich gesagt als die meisten deutschen Gründner muss man dazu sagen Kann man denen nicht das geben, was sie einbrauchen.

00:10:36: Die sagen nämlich Danke alter Weißer Mann deinen Rat brauche ich jetzt nicht aber Geld wäre schön damit ich meine eigene Idee aufbauen kann.

00:10:42: und warum gibt es eigentlich dafür so wenig Ansätze?

00:10:45: Ich habe mir dann den Markt angeguckt und gesagt kann ich mich irgendwo engagieren?

00:10:47: wo es das schon gibt gab's halt nicht.

00:10:50: und dann habe ich gedacht dann mache ich selbst also insofern bin ich so ein bisschen glaube ich ins Unternehmertum dann vielleicht letztendlich doch so ein bißchen reingestolpert weil ich gedacht hab ich glaube da gibts einen Feld dass noch nicht beackert ist.

00:11:01: das versuche ich mal

00:11:02: Aber du hättest ja auch ins traditionelle Impact Investing einsteigen können.

00:11:05: Da gibt es ja schon einiges, die soziale Projekte unterstützen aber du hast dich ja bewusst eigentlich für Venture entschieden oder?

00:11:15: Ja, okay.

00:11:16: Jetzt wird es ein bisschen schwierig denn ich finde das Impact Investment ist eigentlich ein zweischneidiges Schwert weil das klingt natürlich immer toll nicht?

00:11:24: Gib uns dein Geld und wir machen ganz tolle soziale Wirkungen daraus und gleichzeitig kriegst du's verzinnst doppelt und dreifach zurück.

00:11:32: Und ich glaube dass dieser Ansatz aber ich bin da jetzt ein bisschen laier Aber mein Blick von außen dass dieser Impact Investment Ansatz in allem, was grün und nachhaltig ist eigentlich gut funktioniert.

00:11:43: Wenn man sagt das sind Geschäftsmodelle die brauchen Geld sie müssen skalieren und irgendwie Maschinenparks aufgebaut werden alles gut dafür braucht Geld dann machst du irgendwie Investitionen und kriegst es zurück.

00:11:54: im sozialen Bereich gerade in Afrika wo es darum geht Menschen in extremer Armut die weniger als zwei Dollar am Tag haben aus der Armut zu helfen Dann musst Du viel Geld für Gehälter ausgeben.

00:12:06: beißt sich leider so ein bisschen mit der Rendite-Logik.

00:12:09: Langer Rede, kurzer Sinn.

00:12:10: was ich wahrgenommen habe ist die sogenannten Impact Investment Fonds in Afrika aktiv sind zahlen eigentlich soweit ich weiß in aller Regel nicht zurück weil sie sagen ja wir sind kurz davor aber irgendwie so richtig zu funktionieren scheint es nicht.

00:12:25: oder aber wenn Sie zurückzahlen dann machen Sie es, weil sie in Fintechs in Nigeria investiert haben.

00:12:31: Das ist auch Afrika.

00:12:33: Afrika braucht irgendwie so viel Geld wie sie kriegen.

00:12:35: aber das sind eben nicht diese Art von Geschäftsmodellen die Jobs schaffen im größten Stil sodass ich gesagt habe wir brauchen eigentlich die Freiheit des gemeinnützigen Geldes um entscheiden zu können dass ein toller Gründer mit einem Geschäfts-Modell was echt die Gesellschaft die Gemeinschaft voran bringt und dann sagen zu können Wir verzichten auf eine Rendite der sozusagen aus Unternehmersicht.

00:12:58: oder wenn wir Impact Investor wären, dann würde ich mich über minus zehn Prozent Rendite total ärgern.

00:13:07: Da wir eine gemeinnützige Organisation sind!

00:13:10: Denke ich ja nicht minus zehn Prozent Rendite.

00:13:12: Ich denke mir, wie geil ist das?

00:13:13: Denn neunzig Prozent sind noch da und Afrika ist eh schon schwer genug.

00:13:16: also warum muss man sich dann nochmal doppelt und dreifach schwerer machen?

00:13:19: Das ist jetzt wieder eine sehr lange Antwort.

00:13:21: Ich finde auch da es braucht verschiedene Werkzeuge.

00:13:24: aber wenn du Armutsbekämpfung am Fuß der Pyramide machen willst glaube ich dass das rechnet sich kommerziell noch nicht und deshalb sind wir da als derjenige der das Risiko aus dem Markt nimmt und die erste Sprosse auf der Leiter schafft damit die Leute dann selbst hochkrabbeln können und irgendwann auch die Investoren reinkommen.

00:13:43: Das ist ja für uns auch Erfolg, so jetzt höre ich das mal auf.

00:13:46: Nein!

00:13:47: Ich möchte dass du weiterredest weil das finde ich spannend und ich glaube wir müssen unseren Hörerinnen und Hörern nochmal eben ganz kurz erklären wie das konkret funktioniert.

00:13:54: also sag mir fangen wir mal ganz vorne an wo kommt das Geld her?

00:13:59: Dass ihr investiert?

00:14:00: Also das Geld kommt überwiegend von Unternehmertypen Nenn ich sie jetzt mal.

00:14:08: Von wohlhabenden Menschen und Wohlstand in Deutschland kommt aus dem Unternehmertum, das ist angenehm... vielen afrikanischen Ländern kommt es aus der Politik, das will man eher nicht.

00:14:20: Und viele Unternehmer die ich kennenlerne haben den Verantwortungsgefühl.

00:14:24: Die haben selbst gegründet und verkauft, die leitenden Familienunternehmen, die haben geerbt und fragen sich wie sie mit dem Privileg umgehen?

00:14:33: Gleichzeitig gibt es bei denen auch eine Skepsis, die ich nachvollziehen kann hat denn die klassische Entwicklungshilfe eigentlich so funktioniert?

00:14:41: sind diese Projekte wirklich so effektiv?

00:14:45: reinkommt und sagt ja, es gibt einen neuen Weg.

00:14:51: Es gibt die Möglichkeit Gründerinnen und Gründers so wie du das mal warst oder wie Opa das war zu unterstützen damit dir aus eigener Kraft wachsen können.

00:14:59: Du hattest doch vielleicht früher auch Hilfe.

00:15:01: Dann verstehen

00:15:01: die dann für diese Argumentation.

00:15:03: Und unser Modell ist natürlich ... Das ist keine emotionale Geschichte in der Philanthropie oder Gemeinnützigen Organisationen.

00:15:11: Die traurigen Kinderaugen funktionieren immer noch am besten.

00:15:14: Aber das macht mehr kaputt als es hilft, weil es ein Narrativ von Afrika bestärkt ist.

00:15:21: und die sind Arm, die brauchen unsere Hilfe.

00:15:23: Jetzt zu erklären ja wir nehmen das Geld und geben das Gründer nur als Investition und der Wechselunternehmen.

00:15:28: Das kannst du sozusagen... klassischen Spender schwer erklären, weil es nicht emotional ist.

00:15:34: Im Unternehmer musst du das nicht erklären und sagt ja klar was soll ich sonst mit dem Geld machen?

00:15:37: Also wieder eine lange Antwort.

00:15:39: aber ein Großteil unseres Geldes kommt von Unternehmertypen.

00:15:43: Diese Gelder hat Hilfsorganisationen die uns Geld geben und sagen wir wollen Armutsbekämpfung machen Wir dürfen das nicht investieren, ihr dürft es.

00:15:51: Wir können das auch nicht weil wir da nicht Experten sind, ihr seid es und dann gibt's teilweise ganz unerwartete

00:15:56: Allianzen.".

00:15:57: Aber jetzt der zweite Schritt wer wählt die Projekte aus?

00:16:01: Und zwar vor dem Hintergrund.

00:16:02: du hast es gerade eben so nett umschrieben, du hast gesagt manchmal kommt das Geld aus der Politik.

00:16:07: ich glaube dass war eine Umschreibung für Korruption.

00:16:09: ja also das ist ja auch etwas was man mit Afrika natürlich klischee mäßig aber immer verbindet.

00:16:15: das heißt wie stellt ihr sicher dass das wirklich Projekte sind, wo am Ende was bei rauskommt.

00:16:21: Vielleicht auch nicht unbedingt Geld?

00:16:23: Also wir sind nach Deutschland rein eine spendeneinwerbende Organisation.

00:16:27: Nach Afrika sind wir ein klassischer Investor und wir sagen unseren Gründerinnen und Gründern auch wenn ihr Geld zum Wachsen braucht... dann redet mit uns.

00:16:39: Wir geben euch das Geld, wir wollen aber im Gegenzug auch Anteile

00:16:43: haben.".

00:16:43: Also unser Modell für sich nur ganz kurz ist wie er, wir nehmen hundert, zweihundert, dreihundert Tausend Euro pro Unternehmen kaufen dafür Anteilen sogenannte Equity Beteiligungen an jungen Unternehmen zwei drei Jahre im Markt schon erste Erfolge und kriegen im Gegenzug.

00:17:01: zehn, zwanzig Prozent der Anteile sitzen im Aufsichtsrat.

00:17:04: Helfen denen mit Rat aber auch mit operativer Unterstützung.

00:17:08: Das

00:17:08: ist das was Andreas gesagt hat klassisch Venture Capitalism?

00:17:11: Wir sind so ein Operational VC würde man in der Fachsprache sagen.

00:17:14: Ein operativ zätig unterstützender Risikokapitalgeber.

00:17:20: und dann machen wir das ein paar Jahre und wenn wir erfolgreich sind, dann verkaufen wir unsere Anteilen weiter.

00:17:27: Manchmal kaufen es die Gründer zurück, manchmal gibt's Mergers, eine Übernahme, manchmal findet man den weiteren Investor der reingeht.

00:17:35: und das Schöne bei uns ist, die Gelder kommen ja nicht zu uns – wir sind gemeinnützig – sie bleiben im System und finanzieren dann die nächste Generation.

00:17:43: Das ist sozusagen so ein revolvierendes Form-Modell könnte man das nennen.

00:17:48: Die Gelder bleiben in Afrika.

00:17:50: So, das ist unser Ansatz.

00:17:52: Jetzt habe ich aber deine Frage vergessen.

00:17:53: Genau

00:17:54: deswegen wollte ich

00:17:55: noch einmal zurückkommen.

00:17:56: Wer wählt die

00:17:57: Projekte aus?

00:17:57: Und wie stellt ihr sicher?

00:17:58: Korruption ist ja nichts was man jetzt an der Oberfläche bei due diligence in einer Prüfung feststellt also nicht immer.

00:18:05: Ja jetzt wird es spannend.

00:18:07: Ich bin felsenfester von überzeugt.

00:18:08: Das hatte ich vorhin schon mal gesagt ist wir brauchen jetzt irgendwie wirklich nicht unseren Rat in Afrika.

00:18:13: Deshalb wählen wir lokale Gründer mit lokalen Ideen für lokale Märkte aus und wir wählen sie.

00:18:20: Ich bin der Einzige in Deutschland.

00:18:23: Wir sind eine sehr kleine Organisation, fünf Leute.

00:18:25: Der Rest sind Afrikaner aus Afrika die halt den Markt kennen.

00:18:29: Die kommen aus dem Risikokapital und vom Start-up Umfeld.

00:18:33: Und wir haben eine ganz klassische Suche... Pipeline nennt man das den Funnel, wo wir uns hunderte von Pitchtags angucken.

00:18:42: Mit hunderten von Gründern reden bei Veranstaltungen, bei untereinander, bei Besuchen und aus denen wählen wir eine Handvoll aus machen eine sogenannte Due Diligence also eine echte Prüfung auf Leib und Nieren.

00:18:55: finanziell technisch taugt das Produkt reden vielleicht mal mit Kunden.

00:19:01: Ich kann mir das gar nicht vorstellen, ist es dann ein Chiphersteller?

00:19:04: oder sind das große?

00:19:05: Wir haben große Wörter jetzt gerade benutzt.

00:19:07: Sind das auch große Unternehmen?

00:19:09: Oder geht's am Ende einfach nur darum?

00:19:11: da gibt es irgendwie eine Kooperative.

00:19:12: die kaufen Kaffee an oder verkaufen Kaffe oder wie auch immer und die unterstützt ihr dann entsprechend mit keine Ahnung.

00:19:18: Zehntausend Dollar oder so.

00:19:19: Wie muss ich mir das

00:19:20: vorstellen?

00:19:21: wir suchen so viel in Deutschland coole Gründer mit coolen Ideen, wo man das Gefühl hat wow das habe ich so noch nicht gehört.

00:19:26: Das kann wachsen und das ist nicht die Kooperative und es auch nicht die Verkäuferin auf dem Markt.

00:19:32: Ich gebe jetzt mal zwei Beispiele Gesundheit.

00:19:34: Spannendes Feld weil die Gesundheitsvorsorge in Afrika schlecht ist aber die Unternehmen da sind wesentlich innovativer als das was man sich in Deutschland leisten kann.

00:19:44: Ich seit dreißig Jahren auf die digitale Patientenakte warte und wahrscheinlich noch dreizig Jahre.

00:19:48: Hat vielleicht

00:19:49: auch

00:19:50: mit der Regulierung zu tun?

00:19:51: Da gibt es ein Unternehmen, gerade letzte Woche haben wir da unsere Beteiligung aufgestockt.

00:19:55: Die heißen Thibu Health.

00:19:58: Das ist ein ganz einfaches Geschäftsmodell.

00:20:00: Die Beobachtung ist wenn du krank bist in Afrika gehst du nicht zum Arzt, denn es gibt keine, du gehst zur Apotheke.

00:20:05: Die gibt's.

00:20:05: Sechzig Prozent der Kranken in Afrikas gehen zunächst zur Apothek.

00:20:09: Dann kriegst du da häufig eine Pille verschrieben, irgendein Antibiotikum gegen das du im Zweifel zwar eh schon resistent bist.

00:20:15: Was du aber eigentlich brauchst ist erstmal so ein medizinischen Checkup.

00:20:19: Kliniken sind teuer.

00:20:20: und was die gesagt haben dann lass uns doch jetzt so Mini-Kliniken in die Apotheken bringen!

00:20:25: Es ist eigentlich ein Shop In Shop System.

00:20:28: Die haben lange rum experimentiert und haben jetzt Kleinstkliniken mit... Manchmal ist ein Arzt dabei, manchmal aber auch nur medizinisches Personal.

00:20:35: Nehmt ihr Blut ab?

00:20:36: Bringt das zum Labor was sie haben kann den Test machen und plötzlich hast du eine medizinische Grundversorgung in Gegenden wo es eigentlich nur die Apotheke gibt.

00:20:44: Grandios kostet irgendwie fünf tausend Dollar pro Klinik pro Standort.

00:20:50: Die haben jetzt irgendwie Kooperation mit Apothekenketten gemacht Rollen das aus brauchen dafür Geld von uns kommt.

00:20:56: also Schönes Beispiel, anderes Beispiel.

00:20:58: Auch spannend weil das was mit der klassischen Entwicklungshilfe zu tun hat ein Bewässerungsunternehmen in Kenia gegründet von einem dem Sohn eines Zuckerrohrbauern der wusste ein Papas Ernte gut war, konnte ich zur Schule wenn nicht.

00:21:13: Und dann hat er sich gesagt das mache ich jetzt mal.

00:21:16: woran liegt es?

00:21:16: in aller Regel mangelnde Bewässerung in vielen Teilen Afrikas.

00:21:21: und jetzt eine Hilfsorganisation würde wahrscheinlich sagen lasst uns einen Brunnen bohren.

00:21:25: Jetzt sagte der Eric Bossiere der ist gegründet hatten brunnen bringt irgendwie auch nur was.

00:21:29: da senkt im Zweifelsfall nur das Grundwasserspiegel ab.

00:21:31: Das Wasser gibt's ja genug aber zu falschen Zeit in falschen Mengen mit Klimawandel immer schlimmer.

00:21:36: und der hat Regenwasser auf Fangbecken entwickelt mit so lagetriebener Tröpfchenbewässerung.

00:21:43: Total Low-Tech eigentlich, Tech Enabled wäre das Fachwort.

00:21:46: die haben dann so ein Sensor mit dem der Bauer aus der Ferne sozusagen die Bewässerungen an und ausschwellen kann.

00:21:51: Ein total smartes Geschäftsmodell erreicht damit Tausende von Bauern, die jetzt plötzlich ihre Ernte verdoppeln können.

00:21:59: Und das ist die Art von Unternehmen, die wir spannend finden.

00:22:02: Die sind...die haben eine coole Idee, die funktioniert gegründet von Menschen, die die Probleme kennen weil sie sie gelebt haben und auch die Lösungen dafür haben.

00:22:11: Und dann Menschen in der Lage versetzen kleinbauen in dem Fall ihr Einkommen auf zu bessern.

00:22:18: den zwei Drittel der Armen der Welt und der Hungeren sind Kleinbauern.

00:22:22: letzte Geschichte vielleicht auch da mal so Kriegs- und Krisenregionen.

00:22:25: Tigray in Äthiopien.

00:22:28: furchtbare Geschichte der der blutigste Krieg der letzten Jahre mit Ausnahme vom Sudan wesentlich blutiger als Ukraine.

00:22:36: Und da gibt es einen Gründer, Malke heißt er.

00:22:40: Seine Frau ist Bäckerin und hat gesehen wie sie schuftet wenn sie den Teich irgendwie knetet mit ihren vier Angestellten.

00:22:45: Er hat gesagt ich baue dir eine Teichuriermaschine.

00:22:49: dann ist die von vier auf neunzehn angestellte gegangen und hat gesagt oh scheint zu funktionieren.

00:22:52: mittlerweile ist der einzige Hersteller von Beckerei Maschinen im Tigray Und jede Maschine schafft anderthalb bis zwei Jobs bei den Bäckereien, weil die sagen können jetzt müssen wir nicht mehr alle kneten sondern können Plätzchen verziehen oder was auch immer.

00:23:07: Also das sind diese Art von... von Unternehmen, die als Unternehmen funktionieren.

00:23:14: Die teilweise schon profitabel sind oder bald profitabel werden und die halt im großen Stil Jobs schaffen.

00:23:19: Das finde ich ausgesprochen spannend.

00:23:20: Jetzt

00:23:20: finde ich... Ich find' die Beispiele total spannend!

00:23:22: Andreas muss dich auch gleich sowas fragen.

00:23:24: aber vorweg nochmal eine Nachfrage.

00:23:27: das fällt jetzt natürlich auf dass einer hat mit Wasser zu tun massives Problembewässerung in Afrika das andere hat mit Krankheit also Versorgung zu tun.

00:23:37: und jetzt zum Schluss die Bäckereien Nahrungsmittel.

00:23:40: ist es zuvor, dass das jetzt alles in Bereichen auch von klassischen gemeinnützigen Organisationen eigentlich diese Themen fallen?

00:23:48: oder ist das einfach eine Überlappung wo du sagst?

00:23:50: Ja wir kommen einfach von der anderen Seite.

00:23:53: Ja, wir sind sektoragnostisch und es geht jetzt nicht darum zu sagen Wir wollen in bestimmten Bereichen kommen.

00:23:59: Wir fangen ja auch mit der Wirkung eigentlich gar nicht an.

00:24:02: Was ich unseren Gründern immer sage ist Du musst mir nicht erklären wie du die Welt retten willst.

00:24:05: Erklär mir wie du dein Geschäft aufbauen willst.

00:24:08: Und wenn wir dann nachher das Gefühl haben dass das sinnvoll ist Dann werden wir schon investieren.

00:24:14: Also häufig ist ja so eine Krankheit Dass die Gründer denken da kommt jetzt irgendwie ein europäischer Geber.

00:24:18: Den muss sich erstmal erzählen was Welche sozialen Wohltaten ich habe, das wollen wir gar nicht.

00:24:23: Wir wollen hier schon eigentlich klassisches Unternehmertum.

00:24:26: Jetzt muss man aber auch sagen in Afrika sind fifty-fünfzig Prozent der Märkte im weitesten Sinne Landwirtschaft und Ernährung.

00:24:33: Insofern ist es kein Zufall dass man da ist.

00:24:36: Gesundheit ist einer der Bereiche der die meisten Arbeitsplätze schafft.

00:24:41: also insofern tummelt man sich in diesem Feld dann schon.

00:24:44: Wir gucken eigentlich immer zunächst mal schafft das Jobs funktioniert es als Business und wir nennen das unser Plus-Eins Ansatz.

00:24:51: Wenn das sozusagen, wenn das passt ist ein gutes Business und es schafft Jobs dann sagen wir okay was ist die eine Sache die du darüber hinaus noch lieferst?

00:24:59: Und da richten wir uns nach den Sustainable Development Goals.

00:25:01: in Entwicklungszielen der Vereinten Nationen leistest du einen Beitrag zur Gesundheit, leistet du den Beitrag zu Hungerbekämpfen usw.

00:25:08: Aber das ist für uns eigentlich ein nachgeordnetes Kriterium.

00:25:11: Andreas, aber es hört sich so an als müsste es vielmehr von diesen Risikokapitalgebern in diesen Ländern geben.

00:25:18: oder bin ich da naiv jetzt?

00:25:20: Wahrscheinlich nicht!

00:25:21: Aber Jörg, es ist ja tatsächlich so dass der Ansatz von Till wenn wir ihn so hören relativ naheliegend ist.

00:25:27: was ist gerade angedeutet?

00:25:30: Wir investieren im Wirtschaft und Wirtschaftschaft Impact.

00:25:34: Das wissen wir in Deutschland ja seit den fünftiger Jahren, wie gut das funktioniert.

00:25:39: Das ist aber erst mal eine andere Sichtweise als es andere haben.

00:25:44: und gerade das was Till auch eben so gesagt hat wenn man so als Europäer nach Afrika kommt und man will dort investieren dann fällt man hier auch auf der afrikanischen Seite in dieses Narrativ hinein.

00:25:56: Man muss jetzt diesen Nordeuropäern erst mal erklären, wie sozial wir sind und das ist ja etwas was du daraus nimmst und das finde ich spannend nämlich die eine Frage bei diesen vielen Pitch-Stacks, die du sichtest Du kannst ja nicht alle fördern Wie triffst du dann wirklich die Auswahl?

00:26:13: Und der zweite Punkt ist

00:26:15: Auch

00:26:16: gemeinnützige Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit haben Teams vor Ort aber du hast ja sicherlich andere Qualifikationen, die du vor Ort brauchst.

00:26:26: Magst du dazu noch was sagen?

00:26:27: Also wir haben auch da eigentlich ein klassisches Modell kopiert.

00:26:31: Wir haben den sogenannten Investment-Committee aus internen Kolleginnen und Kollegen und externen Experten und die gucken sich so genannte Investment Memos natürlich irgendwie alles auf Englisch aber letztendlich Berichte oder Einschätzungen unseres Investmentteams an und beurteilen das, bewerten das.

00:26:56: Ist das ein cooler Gründer?

00:26:58: Trägt die Geschäftsidee?

00:27:02: Passt sie zu uns

00:27:03: usw.?

00:27:04: Und auf der Basis fällen wir dann eine Entscheidung.

00:27:08: Ich meine es gibt ja einen Grund warum das Risikokapital heißt Wenn das alles funktionieren würde dann wird wahrscheinlich was falsch machen.

00:27:16: Wir müssen ja, wir wollen ins Risiko gehen Und ich finde es total okay, denn wir haben jetzt auch ein zwei Unternehmen abgeschrieben.

00:27:22: Aber die haben halt ein paar Jahre dann Jobs geschaffen.

00:27:27: Das ist jetzt eigentlich noch zu früh.

00:27:29: Wir haben ein gutes Dutzend Unternehmen im Portfolio, es gibt uns sechs Jahre und wir wollen fünf bis zehn Jahre halten.

00:27:36: also damit sind wir in dieser Haltephase aber gerade unseren ersten Exit abgeschlossen.

00:27:43: Da haben wir unsere Anteile weiterverkauft.

00:27:45: Zweiundzwanzig Prozent Rendite und sofort ins nächste Unternehmen.

00:27:49: das ist ziemlich cool!

00:27:50: Wir haben zwei Beteiligungen abgeschrieben Weil die Pleite gegangen sind, die Quote ist okay.

00:27:55: Normaler Risikokapitalgeber würde sagen ein bis zwei müssen eigentlich den gesamten Vortragen.

00:28:00: da sind wir im Moment noch drüber.

00:28:02: So was für Qualifikationen suchen wir?

00:28:05: Ich bin der einzige Laie in diesem Team als Historiker.

00:28:08: alle anderen wissen wovon sie reden.

00:28:10: Die kommen aus dem Venture Capital Bereich.

00:28:14: Ja, aber das habe ich... Das ist ehrlich gesagt das beim Lebenfach.

00:28:17: Also ich bin... Ich hab so ein bisschen glaube ich in den letzten Jahren Wirtschaft ja auch ein bisschen was gelernt.

00:28:21: Aber das, was ich eigentlich spannend finde und danach suchen wir für unsere Organisation sind absolute Experten in ihrem Bereich die halt gleichzeitig sozusagen das heiße Herz des Gutmenschen darf man ja gar nicht mehr sagen haben.

00:28:39: Sagen, ich bin bereit mein Wissen und meine Fähigkeiten, den Dienst sehr gut in Sache zu setzen.

00:28:46: Also eine tolle Kollegin Marie Bartmann, Deutsche lebt aber in Kenia kommt von Project A Ventures einem der größten Risikokapitalgeber und sehr erfolgreich in Deutschland.

00:29:00: Sheila Birurghi ist unser Leitet, unser gesamtes Investment-Geschäft.

00:29:05: Die kommt aus Uganda und hat in England Ingenieurwesen studiert und arbeitet seit zehn Jahren im Startupumfeld.

00:29:12: zuerst in England dann in Gambia, in Uganda, in Kenia – die kennen sich wirklich aus!

00:29:16: Wir haben noch einige andere, die eher aus dem Accounting oder Buchhaltungsumfeld kommen.

00:29:23: Das sind top Leute, die sich jeden Job in Kenien aussuchen könnten.

00:29:28: Und dann versuchen wir natürlich zu sagen, ganz so viel wie in der freien Wirtschaft kriegste nicht.

00:29:33: Aber wir wollen ja auch nicht ausbeuterisch sein.

00:29:35: Das ist gar nicht so leicht, die zu kriegen.

00:29:36: ehrlich gesagt!

00:29:37: Wenn du sagst, du willst echtes Top-Talent haben... ...die sich in unserem Fall halt wirtschaftlichen Bereich bewiesen haben.

00:29:45: und jetzt sagen viele kommen zu uns weil sie sagen Ja ich habe diese Werkzeuge gelernt aber ich will sie jetzt endlich mal für was Sinnvolleres einsetzen.

00:29:53: So und das ist unser Das ist unser Beuteschema.

00:29:58: Wir haben jetzt gerade letzte Woche vielleicht nur noch ganz kurz einen neuen Kollegen eingestellt, Christian Muncher aus... Der kommt auch von Project A Ventures, der ist so ein bisschen nachgezogen.

00:30:09: Er kommt aus dem Tech-Bereich und ist dann irgendwie Tech Lead bei einem Startup gewesen.

00:30:17: Der kommt jetzt zu uns und hilft uns die effektivste Hilfsorganisation des Planeten zu werden.

00:30:23: also die Frage wie kann man eigentlich Wirksamkeit so steigern, dass wir als Organisationen mit den wenigsten Jobs die meisten Jobs schaffen können.

00:30:31: Wie können wir uns verdoppeln und vervierfachen ohne Personal aufzubauen?

00:30:34: Wie kann man automatisieren wie kann man künstliche Intellenz nutzen?

00:30:38: das sind so Fragen die man sich typischerweise in unserem Sektor nicht so stellt Und ich glaube wir müssen sie uns stellen denn nur wenn wir effektiver werden und effizienter Verdienen wir auch letztendlich die Spenden von Menschen die sagen Das muss ich in meinem Unternehmen auch so

00:30:54: machen.

00:30:55: Dann lass mich doch vielleicht noch eine Frage zum Schluss stellen.

00:30:58: Bei gemeinnützigen Organisationen ist es hier immer so, man hat ne Vision und wenn man diese Vision erfüllt hat dann kann man die Organisation auflösen.

00:31:06: das ist jetzt zugegebenmaßbar.

00:31:07: der Welthungerhilfe vielleicht ein bisschen schwierig.

00:31:10: ja dass alle zu essen haben.

00:31:11: aber was ist die vision die du hast?

00:31:13: wann sagst du?

00:31:14: Dann können wir auch aufhören Wenn Afrika quasi wieder einen Kontinent ist der zurück zur Wirtschaftsmach gefunden hat.

00:31:20: oder wie sieht deine Vision

00:31:21: aus?

00:31:21: also wir haben ein persönliches Ziel als Impact und haben gesagt Wir wollen eine Million.

00:31:26: Und wenn wir eine Million Jobs geschafft haben, dann gehe ich in Rente.

00:31:30: Das habe ich mir schon vorgenommen.

00:31:32: Ich glaube die Organisation wird es dann weitergeben weil unser Ziel natürlich ist... viel mehr Unternehmen in die Lage zu versetzen, aus eigener Kraft zu wachsen und dann sich auch am Kapitalmarkt zu refinanzieren.

00:31:49: Ich glaube diese unterste Stufe der Leiter wird es immer geben denn du hast in Afrika mit so vielen Kosten zu kämpfen, die wir hier gar nicht haben.

00:32:00: Wir haben hier Straßen, wir haben Schulen, wenn ich irgendwie zum Gericht gehe kriege wahrscheinlich recht... Diese ganzen Dinge das kann man sich Teilweise gar nicht vorstellen, gegen wie viele Widerstände afrikanische Gründe ankämpfen müssen.

00:32:11: Ich glaube diese erste Hilfestellung bei der ersten Leitersprosse wird es weitergeben und deshalb würde es auch Bedarf für Organisationen wie meine und vielleicht noch viel mehr geben.

00:32:24: Aber eigentlich wäre in der Tat das Ziel zu sagen dieser Kontinent, der so viel Potenzial hat hebt es und kommt dann aus eigener Kraft weiter.

00:32:34: Schöne Schlusswort oder Andreas?

00:32:36: Ja

00:32:36: danke Till!

00:32:37: für diese Vision und ich hoffe, dass du bald in Rente gehen kannst.

00:32:42: Ja, ich glaube so zehn Jahre nach unserer Hochrichtung wird es wahrscheinlich noch daran.

00:32:46: Danke euch Bayern!

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